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Die Feldenkrais-Methode ®
Methodisch
gesehen ist die Feldenkrais-Methode eine psychologische Unterrichtung
in Beobachtung und Verbesserung des eigenen Bewegungsverhaltens. Sie
unterscheidet sich aber von den meisten psychologischen Schulrichtungen
dadurch, dass sie in einem biologischen und physikalischen Sinn konkret
ist. Auf eine Bitte, das Ziel seiner Arbeit in einem knappen Satz zu
erklären, soll er geantwortet haben, es ginge ihm lediglich darum,
dass sich menschliches Verhalten leichter zur Schwerkraft organisieren
möge.
Moshé Feldenkrais (1904-1984),
äußerst neugierig und kreativ, erforschte systematisch die
Komplexität und Vielfalt menschlicher Bewegung. Er entwickelte ein
System zum Erlernen neuer Handlungsmöglichkeiten – egal um
welche Tätigkeiten es sich handelt. Dies können sportliche
Bewegungen, künstlerische aus Tanz oder Musik oder ganz
alltägliche wie Gehen, Stehen, Sitzen, Atmen oder Sprechen, sein.
Er orientierte sich bei der Entwicklung der Methode stets an
naturwissenschaftlichen Grundlagen.
Unser
gesamtes Bewegungsverhalten ist immer auch geprägt von der Kultur,
der Familie, unserer persönlichen geschichtlichen Entwicklung -
des Lebensweges. Die Evolution bildet hierfür den biologischen
Hintergrund. „Menschen sind verschieden und deshalb ist es von
Vorteil, wenn sie lernen können, etwas ohne Nachahmung und ohne
Vorschriften zu tun, etwas, was in ihr Wesen integriert ist und ihrer
allgemeinen Struktur entspricht.“ (M.F.1981)
„Funktionale Integration“®
Die
Arbeit mit dem einzelnen Klienten in „Funktionaler
Integration“ kann als „Lernen durch Berührung“
beschrieben werden. Der Klient wird durch den Lehrer so bewegt, dass
die neuromuskuläre Gesamtorganisation des Körpers über
eine Selbsterfahrung der Sinne verbessert wird. Neue
Bewegungsmöglichkeiten und Strategien zur Lösung von
Problemen geschehen im wesentlichen über unmittelbare
Informationen an das Nervensystem des Klienten. Dies gilt auch für
die Gruppenarbeit.
„Bewussheit durch Bewegung“®
Der
Gruppenunterricht wurde von Moshé Feldenkrais als
„Bewussheit durch Bewegung“ bezeichnet. Es handelt sich
hierbei um eine Selbsterziehung zu Bewussheit anhand körperlicher
Bewegung. Die hier verbal angeleiteten Lektionen beziehen sich auf den
ganzen Menschen, d.h. auf die einzelnen Körperteile, die Muskeln
und Gelenke und wie sich jeder Körperteil im Verhältnis zum
Bewegungsmuster des gesamten Körpers bewegt.
In
den Lektionen wird dem Schüler nicht gesagt, wie genau er etwas
tun soll, ob das richtig oder falsch ist, was er tut. Wichtig sind viel
mehr die Qualität der Bewegung, d.h. wie mühelos oder
anstrengend er sie empfindet und der Nutzen der Bewegungsmuster
für die funktionale Handlung. Dennoch gibt es ein klares Ziel in
den Lektionen: Bewegungsmuster zu entdecken, die effektiv und
befriedigend sind.
Gemeinsam
ist beiden Arbeitsweisen innerhalb der Feldenkrais-Methode, dass
Neugier, Offenheit und Erkundung zu den fundamentalen Strategien
gehören. Im Vordergrund stehen nicht Verhaltensregeln, sondern das
Erforschen der Bewegungsorganisation und das Entdecken neuer
Bewegungsmuster.
Bewussheit ist
weitaus mehr als das bloße bei Bewusstheit-Sein und mehr als nur
Spüren. Bewussheit ist Inne-Sein was jemand zu tun vorhat und wie
er es ausführt. Es ist der Luxus der Freiheit zu planen und zu
prüfen, ob das Geplante optimal realisiert wurde. Es ist das
Bindeglied zwischen kognitivem Wissen und Vitalität. Sie hilft dem
Schüler/Klienten herauszufinden, was seine Aufmerksamkeit
stört und macht Hemmungen oder Vermeidungen klarer.
Kontakt: Eva-Maria Spieß
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