Berger 200

Praxis Berger Straße 200 60385 Frankfurt (Bornheim Mitte)

Die Feldenkrais-Methode ®

Methodisch gesehen ist die Feldenkrais-Methode eine psychologische Unterrichtung in Beobachtung und Verbesserung des eigenen Bewegungsverhaltens. Sie unterscheidet sich aber von den meisten psychologischen Schulrichtungen dadurch, dass sie in einem biologischen und physikalischen Sinn konkret ist. Auf eine Bitte, das Ziel seiner Arbeit in einem knappen Satz zu erklären, soll er geantwortet haben, es ginge ihm lediglich darum, dass sich menschliches Verhalten leichter zur Schwerkraft organisieren möge. 

Moshé Feldenkrais (1904-1984), äußerst neugierig und kreativ, erforschte systematisch die Komplexität und Vielfalt menschlicher Bewegung. Er entwickelte ein System zum Erlernen neuer Handlungsmöglichkeiten – egal um welche Tätigkeiten es sich handelt. Dies können sportliche Bewegungen, künstlerische aus Tanz oder Musik oder ganz alltägliche wie Gehen, Stehen, Sitzen, Atmen oder Sprechen, sein. Er orientierte sich bei der Entwicklung der Methode stets an naturwissenschaftlichen Grundlagen.

Unser gesamtes Bewegungsverhalten ist immer auch geprägt von der Kultur, der Familie, unserer persönlichen geschichtlichen Entwicklung - des Lebensweges. Die Evolution bildet hierfür den biologischen Hintergrund. „Menschen sind verschieden und deshalb ist es von Vorteil, wenn sie lernen können, etwas ohne Nachahmung und ohne Vorschriften zu tun, etwas, was in ihr Wesen integriert ist und ihrer allgemeinen Struktur entspricht.“ (M.F.1981) 

„Funktionale Integration“®

Die Arbeit mit dem einzelnen Klienten in „Funktionaler Integration“ kann als „Lernen durch Berührung“ beschrieben werden. Der Klient wird durch den Lehrer so bewegt, dass die neuromuskuläre Gesamtorganisation des Körpers über eine Selbsterfahrung der Sinne verbessert wird. Neue Bewegungsmöglichkeiten und Strategien zur Lösung von Problemen geschehen im wesentlichen über unmittelbare Informationen an das Nervensystem des Klienten. Dies gilt auch für die Gruppenarbeit.

„Bewussheit durch Bewegung“®

Der Gruppenunterricht wurde von Moshé Feldenkrais als „Bewussheit durch Bewegung“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Selbsterziehung zu Bewussheit anhand körperlicher Bewegung. Die hier verbal angeleiteten Lektionen beziehen sich auf den ganzen Menschen, d.h. auf die einzelnen Körperteile, die Muskeln und Gelenke und wie sich jeder Körperteil im Verhältnis zum Bewegungsmuster des gesamten Körpers bewegt.

In den Lektionen wird dem Schüler nicht gesagt, wie genau er etwas tun soll, ob das richtig oder falsch ist, was er tut. Wichtig sind viel mehr die Qualität der Bewegung, d.h. wie mühelos oder anstrengend er sie empfindet und der Nutzen der Bewegungsmuster für die funktionale Handlung. Dennoch gibt es ein klares Ziel in den Lektionen: Bewegungsmuster zu entdecken, die effektiv und befriedigend sind.

Gemeinsam ist beiden Arbeitsweisen innerhalb der Feldenkrais-Methode, dass Neugier, Offenheit und Erkundung zu den fundamentalen Strategien gehören. Im Vordergrund stehen nicht Verhaltensregeln, sondern das Erforschen der Bewegungsorganisation und das Entdecken neuer Bewegungsmuster.

Bewussheit ist weitaus mehr als das bloße bei Bewusstheit-Sein und mehr als nur Spüren. Bewussheit ist Inne-Sein was jemand zu tun vorhat und wie er es ausführt. Es ist der Luxus der Freiheit zu planen und zu prüfen, ob das Geplante optimal realisiert wurde. Es ist das Bindeglied zwischen kognitivem Wissen und Vitalität. Sie hilft dem Schüler/Klienten herauszufinden, was seine Aufmerksamkeit stört und macht Hemmungen oder Vermeidungen klarer.

Kontakt: Eva-Maria Spieß